Warum ich meine Brauerei verkauft habe
- Christian

- 8. Aug. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Sept. 2025
Nach zehn Jahren als Gründer, Head-Brewer, Putzfrau, Mädchen für alles und ja, auch als Geschäftsführer der Hanscraft & Co. GmbH, habe ich Ende Juli 2022 meine Anteile an der Brauerei in Aschaffenburg verkauft.
Und nein, ich habe nicht einfach nur die Brau- und Abfüllanlage verschachert. Es war ein klassischer Share-Deal: Ich habe meine Anteile an der GmbH verkauft, die rechtlich Eigentümerin der Brauerei, der gastronomischen Tochtergesellschaft, aller Verträge, Konten und des gesamten Anlage- und Umlaufvermögens ist. Die ganze Firma also, bis auf die Marke und die Vertriebsrechte an den bisherigen Produkten.
Warum? Nun, das Leben kommt immer anders, als man denkt. Mal geht es bergauf, mal bergab, dann wieder lange geradeaus. Am Anfang erreicht man den ersten Meilenstein, dann den nächsten… und irgendwann merkt man: Das war’s. Die Ziele sind erreicht. Die Luft ist raus.
Aber das ist kein Grund, komplett aufzuhören. Ganz im Gegenteil. Man muss sich neu erfinden, die Komfortzone verlassen, Bewährtes loslassen und sich neuen Herausforderungen stellen.
2020 stürzte uns die Pandemie wie viele andere Unternehmen in eine zweijährige Krise. Dieses Jahr habe ich genutzt, um die Firma wieder auf Kurs zu bringen, mich selbst zu schütteln und weiterzumachen. Alles, was ich mit Hanscraft & Co. aufgebaut habe, überregionale und internationale Bekanntheit, gute Produkte, eine beachtenswerte Brauerei, angeschlossene Gastronomie, war ein weiterer Meilenstein. Mehr nicht.
Mit all diesen Erfahrungen und meiner über zehn Jahre entwickelten Marke Hanscraft & Co. werde ich mich nun neben dem Vertrieb meiner bisher erfolgreichsten Produkte stärker auf zwei Bereiche konzentrieren, die zuletzt immer wichtiger geworden sind: Academy und Consulting. Kurz gesagt: Ich gebe mein Wissen weiter, helfe anderen, ihre Brauereien, Produkte oder Geschäftsmodelle besser zu machen, ohne selbst überall gleichzeitig zu sein.
Für alle, die sich fragen, ob das nun das Ende war: Nein, es ist eher ein Neustart. Eine Kalibrierung. Ein Sprung ins Unbekannte mit der gleichen Leidenschaft wie damals, nur mit weniger Putzlappen und mehr Strategie.
Und weil es sich gehört, das Ganze mit einem Hauch Show zu beenden, hier für euch die nachgeahmte Geste von Barack Obama: „Mic Drop. I’m out.“






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